System der Desinformation
Der gute Südamerikaner hat mir ein Bildchen zugespielt, zu dem Mandelbrenner natürlich keine Rechte hat, aber das ich nichtsdestotrotz nicht unter den Tisch fallen lassen will. Es zeigte chinesische Soldaten beim Entgegennehmen von tibetanischen Mönchskutten. Nach einigem Suchen war ich mir allerdings nicht sicher, ob dieses Foto nicht nur ein Filmset zeigt oder tatsächlich “Staatsterror” wieder gibt und ob das Bild aktuell oder aus dem Jahr 2003 stammt.
Wie auch immer, bei der Meldung über (eventuell gestellte) chinesische Protest gegen Frankreich im Zusammenhang mit der Olympiade/Tibet versus dem Pentagon, das amerikanische Medien (eventuell log-in nötig) geschickt in die eigenen Bahnen biegt wird einem klar, es gibt da vielleicht ganz winzig kleine Parallelen.
Interessant, wie chinesische Politiker das eher ruhige sinologische Gemüt derart aufwühlen können, das rund um den Globus eine Welle chinesischer Patriotismus losgeeist wird. Beim Stöbern in dem ein oder anderem Blog zum Thema Tibet lief mir ein Artikel über den Weg, der beschreibt, wie chinesische Auslandsstudenten mit Geld geködert werden, um spontan chinesische Interessen in Bangkok zu vertreten. Ob das nun stimmt oder nur Gegenpropaganda ist, weiß ich auch nicht, klingt in meinen Ohren aber vorstellbar. Ähnliches habe ich auch aus San Francisco vernommen, wo das olympische Feuerchen für ordentlich Trubel sorgte.
Die USA besteht ja aus eher mündigen Bürgern, also muss die Keule von oben kommen. Prima die Medien infiltrieren und Gehirne mit Infos abfüllen, die gerade in die Kriegsstrategie passt. Man kann von Glück sprechen, dass es wenigstens im Nachhinein publik gemacht wird1 .
Was lehrt uns also die Geschichte (sic!)? Skepsis ist oberste Bürgerpflicht! Traue nicht deiner Regierung, hat schon Milton Friedman vor 40 Jahren postuliert. Politiker streben nach Macht und selten im Sinne des Bürgers, vor allem, je größer der Apparat unter ihrem Gesäß ist.
Nur, wählen geh ich trotzdem - bereitet mir irgendwie Spaß.
- BTW übrigens ein prima Argument für bezahlte Online-Zugänge. Wenn die Recherche noch wirklich Recherche ist bin ich auch bereit dafür zu bezahlen [↩]