Solange der Vorrat reicht
Blöd, wenn die selige Ruhe der Feiertage so unangenehm gestört wird. Nun ist es ja amtlich mit der Speicherung unserer online Daten. Hab lange überlegt, was man nun noch so alles dazu schreiben kann, ohne im Mainstream der Verurteilungen unterzugehen. Ein Gedanke ist mir bisher noch nicht weiter über den Weg gelaufen.
Es betrifft die Asymmetrie1 der ganzen Geschichte. Warum werden nur Informationen über (zum Glück (noch) nicht deren Inhalte) Kommunikation im Netz auf Vorrat gespeichert, nicht aber physische Gespräche. Wäre es nicht für Terroristen und Gefährder2 (bist du keiner?) möglich, sich von Mensch zu Mensch zu treffen? Wie wäre es im Cafe neben an? Muss der Cafe-Besitzer sich die Postanschrift und Namen ausweisen lassen und auch noch speichern? Müssen Türsteher vor dem Club Personalausweise kopieren, falls die Polizei später doch noch vorbei schauen muss?
An diesen Beispielen sieht man doch, das es eine merkwürdige Asymmetrie in der Gewichtung von Kommunikation von Seiten “des Staates” gibt. Ist es des verringerten Aufwandes wegen Schäuble in den Sinn gekommen, nur Telekommunikation zu überwachen? Liegt die Kommunikation schon in Datenform vor kann man sie natürlich leichter weiterverarbeiten.
Betrifft ihn persönlich vielleicht die Telekommunikation weniger als die physische Kommunikation mittags im Bundestagscasino? Ist doch merkwürdig, dass wir uns, im Hinblick auf dieses Gesetz, noch so auf der Strasse treffen können, ohne das diese Information gespeichert wird. Niemand würde es für angemessen halten, dass derjenige, dem der Fußweg gehört, irgendwie Daten darüber erheben müsse, wer denn nun genau rumsteht und miteinander spricht.
Diese Asymmetrie nicht zu erkennen, zeugt meiner Meinung nach von der Unerfahrenheit mit dem Medium Internet derjenigen, die das Gesetz verabschiedet haben. Lasst uns alle an die Hände fassen und hoffen, dass Gericht möge es.