Informationsfreiheit

Berichte über Angriffe auf Isreal, geplant mit Hilfe von Google Earth, haben mich zum Nachdenken angeregt. Ist das nun gut oder schlecht?

Natürlich senkt Google Earth die Informationshürden gewaltig. Jeder kommt nun an Daten ran, die vorher unerreichbar waren. Und fürwahr, immer wenn sich neue Möglichkeiten eröffnen, wird es jemanden geben, der sie negativ ausnutzt. Neue Informationen können ausgeschlachtet werden und nicht nur für angenehme Dinge verwendet werden. Man würde das dann Missbrauch nennen.

Die Frage der Fragen ist nun, ob der mögliche Missbrauch dazu führt, lieber die neuen Techniken unter Verschluss zu halten. Z.B. auch im Bereich Gentechnik. Klar, es könnte Missbrauch geben. Atomkraft, klar kann man1 missbrauchen. Ottomotoren, haben wir solange missbraucht, bis sich unser Klima zum Schlechten gewandelt hat…

Bei neuen Technologien wie Google Earth, die ich mal in die Kategorie Informationsgewinn ablegen würde, kann unter rationalen Gesichtspunkten2 aber eigentlich keiner verlieren. Und hier warum:

Angreifer gewinnen Informationen über den Feind (und das sogar kostenlos mit Hilfe von Google). Nicht nur aber gewinnen sie Informationen über den Angriff als solchen, sie würden auch Informationen über den Effekt ihres Angriffes gewinnen. Sie würden sogar nicht nur über die Wirkung ihres Angriffes bescheid wissen, sie würden eventuell sogar sehen können, wer der Feind in Wirklichkeit ist. Sie könnten ihn gar als Mensch erkennen statt nur als abstrakten Feind!

Und der Feind? Er könnte genauso die Angreifer besser erkennen. Er würde wissen, wo der Angreifer sitzt und sich gerade einrichtet, Raketen abzuschießen. Er könnte reagieren und selber Raketen abschießen, um den Angreifer zu treffen, bevor er wiederum angreifen könnte.

Worauf würde es hinauslaufen? Beide zerstören sich, da sie um den Wettlauf mit der Zeit wissen. Sie würden sich zerstören, bevor sie überhaupt vom Computerbildschirm aufgeschaut haben. Würde das sinnvoll sein3 ?

Antwort: nein. Der Informationsgewinn, wenn er den symmetrisch verteilt ist, sollte eigentlich dazu führen, beide Parteien nicht davon zu überzeugen, sich zu zerbomben, sondern eher Frieden zu schließen. Der Informationsgewinn lässt die Parteien nicht in Richtung Eskalation, sondern in Richtung Verständnis driften. Mehr Informationen von Dritten wie Google Earth in diesem Spiel, sollte helfen die Hürden für Frieden zu senken. Daher kann ein mit Hilfe von Google Earth geplanter Angriff von z.B. Terroristen nicht per se verteufelt werden.

Auch das Internet als solches kann gebraucht oder missbraucht werden. Aber gewinnt dadurch nur das Böse? Nein, denn auch die Strafvollzugsbehörden können einfacher Informationen gewinnen. Solange der Informationsgewinn symmetrisch ist, sehe ich keine Probleme. Und irgendwann wird hoffentlich soviel Information vorliegen, das die Motivation für einen Missbrauch entfällt.

  1. und hat man siehe Hiroshima []
  2. ich bin VWLer.. []
  3. ähnliche Fragen hatte man sich ja auch im Kalten Krieg gestellt []

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