Wo bleibt der Nationale Widerstand!?
“Herzlich Willkommen in Mügeln”! So steht es geschrieben auf der Homepage der kleinen Stadt im Bundesland Sachsen. Die etwas über 5.000 Einwohner hatten am vergangenen Wochenende zum Altstadtfest geladen. Viele Menschen in der Gemeinde als auch aus der Umgebung folgten der Einladung. Auch jene acht Mitbürger indischer Herkunft, die später des nächtens von einer durch Alkohol angestachelten Horde junger Erwachsener in einer beispiellos martialischen Hetzjagd durch die Stadt geprügelt wurden, nahmen die Einladung wörtlich und erschienen im Festzelt.
Der genaue Tatablauf der späteren Übergriffe wird derzeit noch ermittelt. Fakt ist jedoch: Der Osten der Republik ist um eine widerwärtige Episode fremdenfeindlicher Übergriffe reicher. Was passiert als nächstes!? Lynchjustiz auf dem Marktplatz!? Wo und bis zu welchem Maße lässt man die Situation in den neuen Bundesländern noch eskalieren, bis sich endlich ein erträglicher und so auch gewollter “nationaler Widerstand” regt: Ein Aufbegehren gegen die Verharmlosung fremdenfeindlicher Übergriffe und rechtsextremer Orientierungen in den immer wieder im Fokus stehenden Landesteilen!?
Als die jungen Inder am Samstagabend hilfesuchend durch die Straßen Mügelns stolperten standen den Angaben zufolge zahlreiche Menschen ringsherum Spalier. Auch von Beifallbekundungen und Anfeuerungsrufen für den prügelnden Mopp ist in Medienberichten die Rede. Der Bürgermeister der Stadt, Gotthard Deuse (FDP), verharmlost das Geschehene. Er könne sich nicht vorstellen, das die Tat einen rechstextremen Hintergrund hatte. Man kenne sich in der kleinen Gemeinde. Entsprechende Gruppierungen seien hier niemandem Bekannt.
Mag sein, dass es voreilig und voreingenommen wäre, hier gleich schon von organisiertem Rechtsextremismus zu reden. Womöglich hat schon der Alkohol sein enthemmendes Beiwerk getan und aus einer (beliebig) begonnen Rangelei eine tobende Meute von etwa 50 Mann hervorgehen lassen. Doch mag man das nach all dem Geschehenen noch glauben!? Der OB Mügelns (wie auch schon etliche vor ihm) beschwichtigt derweil, bemüht darum, weiteren Imageschaden von seiner Stadt abzuwenden: “Es ist noch nicht genau bekannt, wer und was hier den Anlass zu solchen Ausschreitungen gegeben hat.” Ich mag diese Selbstrechtfertigungen einfach nicht mehr hören! Das Ausmaß an diffuser Fremdenfeindlichkeit, als auch die immer wieder auftretende Bereitschaft dieser Einstellung physischen Nachdruck zu verleihen ist einfach unerträglich geworden!
Ja, ich will Widerstand - Nationalen Widerstand!! Aber nicht jenen, den die grölend applaudierende Menge in Mügeln im Sinn hatte, sondern ein Bekenntnis der politisch Verantwortlichen gerade auf kommunaler Ebene und der Gemeinden gegen Fremdenfeindlichkeit. Hört endlich auf, euch pragmatisch in die Taschen zu lügen und feige an euren Ämtern zu kleben! Der Osten hat ein hässliches Problem. Hetzjagden und geprügelte Minderheiten sind dabei lediglich das nach außen tretende üble Symptom. Der Patient “Neue Bundesländer” krankt jedoch an anderer Stelle! Der Fisch stinkt von innen heraus…
Aus meiner fernen Perspektive erst Recht ein Witz. Hier beträgt der Anteil Asiaten 50% und ich fühl mich wohl!
Eine beschissene Engstirnigkeit in manchen dt. Dörfern….
CHR | 05:43 on the 20th of August, 2007
Sicher kann man von jagen reden, aber nicht “durch die Strassen” und dies ist eine überall anzutreffende Behauptung. Denn 30m, vom Festzelt über die hauptstrasse auf die andere Strassenseite in die Pizzaria kann man höchtens “über die Strasse” bezeichnen… ich will nicht den ganzen Artikel kaputt reden ,aber wenn man selbst keine Ahnung zu den Fakten hat sollte man sich auch überlegen was man für Fakten schreibt, und nicht nur schreiben was woanders steht.
Dennoch ist es unverantwortlich was da passiert ist.
Anonymous | 17:26 on the 20th of August, 2007
Das ist Teil dessen, wovon ich schrieb! “Über die Straße” klingt ebenso nach arger Verharmlosung, wie die ersten verbalen Reflexe der politisch Verantwortlichen! Das war schließlich kein Sonntags-Spaziergang! Muss die Meute erst drei Stadionrunden drehen, damit die Ereignisse an Gewicht gewinnen!? Ich freue mich dennoch auch über das rege Echo in Presse und Politik und wünsche mir, das man hier endlich seine Lehren daraus zieht!
Anonymous | 23:19 on the 20th of August, 2007