Vergleich

Es gibt wohl zur Zeit keinen Politiker in Deutschland, der mehr Interesse auf sich zieht als Schäuble. Ein Elefant im Porzellanladen.

Was mir dabei ins Auge sticht, ist eine gewisse Inkonsistenz der Bundesregierung als solches. Folgendes:

Die Mutter Hannelore K. fleht die Regierung an, doch bitte ihren Sohn zu retten, indem sich Deutschland aus Afghanistan zurück zieht. Sprich auf die Forderungen der Entführer/Terroristen einzugehen.

Die Reaktion lautet, natürlich nicht nachgeben. Wenn dann wird verhandelt oder Lösegeld bezahlt.

Im Fall des Innenministers läuft die Geschichte genau anders herum.

Als Reaktion auf die diffuse Terrorgefahr in Deutschland wird nicht versucht zu verhandeln, wie im Fall Hannelore K. Nein, sondern indirekt auf die Terroristen eingegangen, indem letztendlich eventuell sogar das Grundgesetz abgeändert wird. Es wird die Terroristen freuen, soviel Machteinfluss zu haben.

Warum wird nun in dem privaten Fall die Verhandlung angestrebt, wenn es um ganz Deutschland aber geht richten sich Politiker scheinbar ganz nach den Terroristen?
Sie lassen sich zum einen von der Angst steuern. Und zum anderen bedeutet jedes neue Gesetz den Ausbau ihrer politischen Macht. Jedes neue Sicherheitsgesetz macht sie unentbehrlicher, schließlich muss jedes neue Gesetz auch überwacht, ausgeführt und nachgeprüft werden. Geld will schließlich ausgegeben werden und Sitzungen mit Inhalt gefüllt. Im Endeffekt aber alles nur passive Maßnahmen, die die Ursache nicht bekämpfen.

Leider scheint sich niemand in der Lage zu sehen, das ganze Bild betrachten zu können statt gegen Windmühlen zu kämpfen. Ein Innenminister erst recht nicht. Ist eigentlich schon das Wort Sommerloch gefallen?

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