60 Minuten Entertainment

Habe mir gerade Good Copy Bad Copy angesehen und bin noch ganz begeistert. Ja, der Film ist auf Englisch (mit Untertitel), sollte aber niemanden abhalten, es mir gleich zu tun.

Er handelt von dem Problem, vor welches uns der Kopierschutz in Zeiten digitaler Dauerberieselung stellt. Was darf an Inhalten geremixt werden? Was darf recycled werden? Womit kann noch Geld verdient werden?
Eine interessante Bemerkung aus dem Film kommt aus Brasilien, wo Tecno Brega (nicht mal Wikipedia hat dazu einen Eintrag) als Musikrichtung gar nicht erst versucht, mit Kopierschutz auf CDs, Rechte zu sichern. CDs sind dort einzig und allein eine Visitenkarte für Konzerte, auf denen dann Geld verdient wird. Ganz nach meiner Grenzkosten-Idee bezogen auf CDs. Wenn etwas Null zusätzliche Kosten verursacht zu produzieren (also eine CD zu kopieren) dann ist der Marktpreis auch Null. Nur für Dinge, die wirklich Grenzkosten größer Null haben (z.B. ein Konzert), kann auch ein Preis verlangt werden. Zumindest, solange man von einem funktionierenden Markt ausgeht.

Hier nun der Film. Besser aber noch, ihn als Torrent runterladen.

2 Responses to 60 Minuten Entertainment

  1. Mir hats auch gefallen, danke für den Tip.
    Interessant dass Nigeria mittlerweile mehr Filme produziert als Indien. Aber hab ich das richtig verstanden:in Nigeria gibt es keine Filmpiraterie, weil die “illegalen” kopien genausoviel kosten wie die originale?
    Wie machen die Produzenten dann Gewinn?
    Eigentlich finde ich die Unterscheidung zwischen kommerziellem Vervielfältigen und dem nicht-kommerziellem recht wichtig. Bisher macht das deutsche Recht diese Unterscheidung (eigentlich) auch noch, das wurde mir etwas zu sehr vermischt. Muss ich aber nochmal etwas drüber nachdenken.
    m.

    Anonymous | 23:49 on the 26th of Juni, 2007

  2. So wie ich es verstanden habe, wird in Nigeria historisch nicht so stark getrennt. Also kann auch keine Monopolindustrie wie Hollywood entstehen. Und außerdem basiert “Nollywood” NUR auf digitalen Produktionen, was die Kosten senkt. Die Ladenpreise sind dann so billig, das eine (physische) DVD-Raubkopie kaum konkurrieren kann. Lustig! Könnte man sich hier auch vorstellen. Wenn die physische Raubkopie-DVD 3€ kostet und eine DVD im Laden statt 29.99€ auch 3€ kostet, dann hol ich mir doch lieber das Original. Wenn die Filme natürlich nur noch digital gehandelt werden, schmilzt der Vorsprung.

    CHR | 09:23 on the 26th of Juni, 2007

Leave a Reply