Da ticken die Uhren noch anders

Der Fall Julie Amero geistert nun schon so eine Weile durch die Onlinewelten und passierte tatsächlich im Oktober 2004. Nun auch hier.
Der Fall hat schon etwas bizarres. Eine Teilzeitlehrerin aus Norwich/Conneticut, USofA übernahm als Vertretung eine Unterrichtsstunde. Kurz zuvor wurde ihr noch auf den Weg gegeben, dass sie den Computer auf dem Lehrertisch auf keinen Fall ausschalten solle. Kommt sie in den Raum und sieht Schüler um den Rechner herumlungern und Frisuren im Netz anschauen. Sie will die Fenster wegklicken und gerät in den sogenannten porn storm. Nichts wird mehr das Java-Script aufhalten und da der Rechner schon älter ist und auch noch Windows-bespielt ist und auch noch ein geplantes Sicherheits-Update des Rechners verschoben wurde und der Rechner total blank darnieder liegt müssen die müden, armen, unschuldigen Kinderaugen auf Menschen schauen, wie nur Gott sie schuf. Nackt. Eindeutig. Verboten.
Pech für Julie Amero, die sich nicht vor den Bildschirm schmiss. Auch nicht ihre Jacke über ihn hang. Oder den Stecker zog. Weil ihr vorher gesagt wurde, sie dürfe den Rechner auf keinen Fall ausschalten. Deswegen versuchte sie , die Pop-ups wegzuklicken - wohl eine natürliche Reaktion - und begang ein Verbrechen, das der Anklage vor Gericht 40 Jahre Haft wert ist.

Nun hat der Ehemann Jamie seit 2007 einen Blog am laufen, der erstens als Anlaufstelle zum Spenden für seine Frau dient, da die Verhandlungen sich wohl in die Länge ziehen werden und kostspielig sind. Aber ist auch ganz nett zum Lesen, wenns um Neuigkeiten bezüglich des Falles geht. Oder man kann sich per Email direkt die Vorgesetzten belästigen.
Denn es wäre schon verrückt, wenn man für solchen Quatsch für dutzende Jahre ins Gefängnis kommen muss. Vielmehr ist das wohl eine Sache für den Arbeitsschutz, wenn die Schule nicht in der Lage ist, Computer ordentlich aufzusetzen. Wer haftet in einem solchen Fall? Am 2. März ist ihr Gerichtstermin, vor allem wir ihr vorgeworfen, dass sie physisch (also absichtlich/körperlich) die Links geklickt, die Schüler also mit Pornographie wissentlich belästigt haben soll. Wie man das allerdings nachweisen will, ist mir bei der Natur von Pop-ups schleierhaft. Bin gespannt, wie das ausgeht.

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