Ich wollte diesen Krieg nicht(?)

Da haben wir es. G.W. Bush wurde zum Irak-Krieg gezwungen! Auf einer PK in Cleveland platze es aus ihm heraus: Mir zu unterstellen, dass ich diesen Krieg gewollt habe, ist schlichtweg falsch. (..) Niemand mag Krieg.
Aber wer hat dann den Befehl zum Angriff gegeben? Nicht der, der ihn gewollt hatte?
Und lasst uns doch mal darüber spekulieren, warum Bush sagt, bestimmt bis zum Ende seiner Amtszeit 2009 noch Soldaten im Irak stationieren zu wollen? Weil es den Irakern hilft, ihre Krise/politische Lage zu verbessern? Weil die Irakern so gerne auf die US-Soldaten vertrauen und die US-Soldaten so gerne im Dienste der Iraker den Frieden in ihr Land bringen wollen? Es gab vor kurzem einen tollen Themenabend auf Arte, in dem US-Soldaten kopfschüttelnd nur sagten: “Bullshit” - Die hatten alle verstanden, dass sie als Soldaten im Irak nur alles verschlimmbessern können. Und in der Heimat so manchen die Tasche füllen.
Das ganze scheint wieder einer dieser Bushisms zu sein, die zeigen, dass the leader of the free world weder nachdenkt wenn er was sagt, noch wenn er was tut.
Absolut indiskutabel der Mann. Da fällt mir nix mehr zu ein.
An dieser Stelle muss ich dann noch mein Lieblingszitat von ihm loswerden:
“Free nations are peaceful nations. Free nations don’t attack each other. Free nations don’t develop weapons of mass destruction.”
George W. Bush, 2003
martin | 22:08 on the 22nd of März, 2006
Mal abgesehen davon, dass Bush nur scheiße redet, sollte man doch bedenken, welche Folgen ein Truppenabzug hätte. Der Irak ist einfach nicht in der Lage, die Gewalt in den Griff zu bekommen. Ich glaube nicht, dass diese Gewalt hauptsächlich durch die Anwesenheit der Truppen ausgelöst wird, doch eher durch die Unterdrückung einer Bevölkerungsgruppe und der daraus folgende Hass aufeinander. Die Beste Lösung wäre eine Teilung des Landes. So, wie es jetzt ist, wird es dort nur Mord und Totschlag geben.
Sicherlich wollen die Amis dort auch Geld verdienen, wenn man mal überlegt, was der “Einsatz” bisher gekostet hat. Nichts ist umsonst.
Hintergedanken gibt es bei solchen Einsätzen immer, nur muss man aufpassen, dass man sich dabei nicht übernimmt.
Marathon2006 | 22:30 on the 22nd of März, 2006
Naja, ob eine Teilung des Iraks eine gute Lösung wär glaube ich nicht. Teilungen sind immer schlecht in einer Welt, die immer mehr zusammen wächst. Ich denke, ein Truppenabzug würde die Lage nicht schlagartig verbessern, aber besser wird sie durch den Aufenthalt auch nicht!
CHR | 10:27 on the 22nd of März, 2006
Was wächst denn bitte im Irak zusammen??? Die Situation verschlimmert sich dort doch von Tag zu Tag. Warum sollte denn nicht eine Trennung sinnvoll sein. Das hat mit dem ehem. Jugoslawien auch geklappt. Ok, in manchen Teilen würden sie sich gern weiterhin die Köpfe einhauen, was aber durch die Anwesenheit der Nato verhindert wird, was mich wieder dazu führt, dass ein Abzug der Truppen im Irak nur zu noch größerem Chaos führen würde.
Marathon2006 | 17:26 on the 22nd of März, 2006
Naja - ich weiß ja nicht, ob wir ihr in Deutschland beurteilen können, ob der Irak besser gestellt wäre, wenn er geteilt wäre, oder? Also ich kenne weder Sunniten noch Schiiten, die ich fragen könnte und in der Presse hab ich von der Idee noch nie gehört - eher schon von einer Abspaltung der Kurden im Norden des Iraks. Keine Ahnung, ob die Irakies da schon jemals drüber nachgedacht haben. Ich denke nur, die Mühen, an einem Tisch eine gemeinsame Lösung zu finden ist sinnvoller, als schnell die Trennung zu veranlassen. Außerdem gehören beide Stämme doch einer gemeinsammen Religion an! Also ich denke, die aktuellen Spannungen beziehen sich mehr auf die Anwesendheit der US-Soldaten und auf alte Rechnungen aus Saddam-Zeiten. Weniger auf tiefergehendes Misstrauen wie zw. Christen und Moslems im ehem. Jugoslawien.
CHR | 10:44 on the 22nd of März, 2006