Die EU und die Macht

Ich finde es ja sehr interessant, wie EU Politiker auf die Situation in Irland reagieren. Von einfach “nochmal abstimmen lassen” bis “ignorieren” ist alles vertreten, was Demokraten so zu bieten haben. Genau wie ich es von Volksvertretern, die für mich arbeiten, erwarten würde.

Mir geht’s genauso wie den Iren, ich habe keine Ahnung, was der Vetrag von Lissabon bedeutet. Aber noch bevor ich mich mit dem eigentlichen Vetrag auseinander setzen würde wollen, würde ich gerne wissen, warum wir ständig Verträge brauchen? Lasst die Menschen zusammen wachsen, statt schriftlich die Zementierung eurer Macht zu fixieren.

Ich fühle mich so sehr als ein Europäer, aber die EU als solche hat einfach den Kontakt zum Boden verloren. Und Irland sollte ein Zeichen sein. 

Statt dessen aber wird versucht, mit nun blutigem Kopf weiter durch die Wand zu rennen. Der Erfolg muss her. Die Frage ist nur, welcher Erfolg? Weitere Pöstchen zu verteilen? Was soll mit Lissabon passieren, dass auch nicht so passieren könnte? Freiheit vertraglich festhalten? 

Mir geht das System leider nicht in den Kopf. Europa soll weiter zusammen wachsen. Das bedeutet für mich, bestehende Grenzen einreißen. In den Köpfen, in der Wirtschaft, in der Gesetzgebung, der Justiz, Tourismus, Politik, etc. Freiheit herstellen. Aber mit Verträgen?

Die europäische Demokratie ist leider übers Knie gebrochen. Da kommt nichts von unten, sondern eimerweise von oben. Nichts gelebtes, sondern verordnet. Mein Vorschlag, lasst die Menschen überhaupt sich erst einmal kennen lernen. Entdecken, finden, austauschen. Nach dutzende innereuropäischen Kriegen, Generationen, die mit Grenzen aufgewachsen sind, was will man mehr erwarten, als das die Sache Zeit braucht?

Gehirnverschwendung

Mal wieder was aus der VWL-Kiste. Es gibt meiner Meinung nach einfach zu viele Jobs, die eine vollkommende Verschwendung von Humankapital sind.

Da wird so viel Geld in die Ausbildung von Menschen gesteckt und am Ende sitzen sie in einem Glaskasten und sagen 40 Jahre lang die nächste S-Bahn an. Ich bin immer am gucken, welche Zeitung die Zugabfertiger gerade lesen, B.Z. oder Kurier? Rum sitzen und die immer gleichen 3 Wörter sagen.

“Zurück bleiben bitte!”

Sein gesamtes restliches Leben lang. Wozu ist man dann aber zur Schule gegangen? Zugabfertiger zu sein muss so ziemlich der eindimensionalste Job sein den es gibt.

Und einen Gefallen tut man damit auch niemanden. Derjenige in der Glasbox könnte auch Leben retten oder wichtige Erfindungen machen. Stattdessen bezahlt man viel Geld für Ansagen, die ebenso automatisiert werden könnten.


OK, weiter machen.

Erderwärmung und der Mond

Steht der Mond im Zusammenhang mit der globalen Erderwärmung?

Wir gehen mal davon aus, die Weltmeere erwärmen sich. Dadurch dehnt sich Wasser aus und nimmt mehr Fläche ein. Ebbe und Flut verursachen Reibung des Wassers an den Kontinenten, die durch einen erhöhten Meeresspiegel ebenso zunimmt. Dadurch müsste der Mond eigentlich doch auch mehr “zu tun” haben?

Meine Idee war nun, ob der Mond dadurch nicht der Erde näher kommen müsste. Durch die erhöhte Reibung der Weltmeere geht Energie verloren, die der Mond in Höhe einbüßen sollte. Und da immerhin 70% der Erde mit Wasser bedeckt ist, kann der Effekt eigentlich ja nicht allzu klein sein.

Doch ein wenig Recherche hat gezeigt, die Kausalität liegt eher anders herum. Der Mond schwankt alle 1500 bis 1800 Jahre in seiner Umlaufbahn und hat dadurch die Intensität von Ebbe und Flut beeinflusst. Mal war der Tidenhub stärker und Meerwasser vermischte sich stärker, was wiederum die Atmosphäre abgekühlt hat. Kühles Bodenwasser wurde nach oben gespült, wärmeres Oberflächenwasser ging nach unten. In anderen Jahren war der Hub geringer und der Effekt, der die Atmosphäre abkühlt, gering. Zur Zeit sollen wir uns genau in dieser Phase befinden, in der der Tidenhub geringer ist, wodurch die Temperaturen weltweit steigen.

System der Desinformation

Der gute Südamerikaner hat mir ein Bildchen zugespielt, zu dem Mandelbrenner natürlich keine Rechte hat, aber das ich nichtsdestotrotz nicht unter den Tisch fallen lassen will. Es zeigte chinesische Soldaten beim Entgegennehmen von tibetanischen Mönchskutten. Nach einigem Suchen war ich mir allerdings nicht sicher, ob dieses Foto nicht nur ein Filmset zeigt oder tatsächlich “Staatsterror” wieder gibt und ob das Bild aktuell oder aus dem Jahr 2003 stammt.

Wie auch immer, bei der Meldung über (eventuell gestellte) chinesische Protest gegen Frankreich im Zusammenhang mit der Olympiade/Tibet versus dem Pentagon, das amerikanische Medien (eventuell log-in nötig) geschickt in die eigenen Bahnen biegt wird einem klar, es gibt da vielleicht ganz winzig kleine Parallelen.

Interessant, wie chinesische Politiker das eher ruhige sinologische Gemüt derart aufwühlen können, das rund um den Globus eine Welle chinesischer Patriotismus losgeeist wird. Beim Stöbern in dem ein oder anderem Blog zum Thema Tibet lief mir ein Artikel über den Weg, der beschreibt, wie chinesische Auslandsstudenten mit Geld geködert werden, um spontan chinesische Interessen in Bangkok zu vertreten. Ob das nun stimmt oder nur Gegenpropaganda ist, weiß ich auch nicht, klingt in meinen Ohren aber vorstellbar. Ähnliches habe ich auch aus San Francisco vernommen, wo das olympische Feuerchen für ordentlich Trubel sorgte.

Die USA besteht ja aus eher mündigen Bürgern, also muss die Keule von oben kommen. Prima die Medien infiltrieren und Gehirne mit Infos abfüllen, die gerade in die Kriegsstrategie passt. Man kann von Glück sprechen, dass es wenigstens im Nachhinein publik gemacht wird1 .

Was lehrt uns also die Geschichte (sic!)? Skepsis ist oberste Bürgerpflicht! Traue nicht deiner Regierung, hat schon Milton Friedman vor 40 Jahren postuliert. Politiker streben nach Macht und selten im Sinne des Bürgers, vor allem, je größer der Apparat unter ihrem Gesäß ist.

Nur, wählen geh ich trotzdem - bereitet mir irgendwie Spaß.

  1. BTW übrigens ein prima Argument für bezahlte Online-Zugänge. Wenn die Recherche noch wirklich Recherche ist bin ich auch bereit dafür zu bezahlen []

Feminismus auf dem Tiefpunkt(0 Kelvin)?

Ich geb’ der Sendung noch 1 Jahr und dann taucht Girlicious bestimmt auf RTL2 auf. Der Gipfel Tiefpunkt des Feminismus wäre dann damit erreicht. Ich freu mich drauf.

18-20-jährige Mädels versuchen so nuttig zu sein, wie es nur geht, angefeuert von arbeitslosen lippenbalsamierten Rap-Dressgays, die die Wahrheit mit Löffeln gefressen haben, um möglichst nah an die soo großartigen Muschikatzenpuppen ranzukommen.

Wer dachte, nach DSDS, Let’s Dance und Popstars kann kaum etwas kommen, was noch mainstreamiger geht, dann bitte schön. Genau in die Intellektlücke unserer charming Ische-Generation.

Sachen die erst noch erfunden werden müssen (2)

Die sich windende Rolltreppe.

Oft muss man auf den Fahrstuhl warten. Die Rolltreppe rollt immer. Warum nicht beides verbinden?

Ich stelle mir das wie eine Wendeltreppe vor, die platzsparend senkrecht auf kleinstem Raum in die Höhe gehen kann. Die einzelnen Stufen müssten sich in jeder Etage zu einer kleinen Plattform in einander schieben, damit man auf oder runter von der Rolltreppe kommt.

Vorteil - man muss nie mehr auf den Fahrstuhl warten. Und vor allem nicht im Fahrstuhl die einzelnen Etagen abwarten.

Nachteil - bisher noch nicht. Es sei denn, der Mechanismus, um die Stufen umgekehrt wieder nach unten fahren zu lassen, gerät zu kompliziert.

Musikkonsum im 21. Jahrhundert

Ich gebe zu, ich habe den Faden verloren. Musik entdecken ist nicht mehr so einfach oder ich habe kein Interesse mehr, Energie aufzuwenden, die immer neuesten Tracks zu kennen.

Es gab ein Zeit, in der ich auf Musik gestoßen bin, indem ich einfach das Radio oder den Fernseher angeschaltet habe. Ich konnte das Radio abends einschalten und in zwei Stunde mitbekommen, wo der Hammer hängt. Gepaart mit einschlägigen Sendungen auf MTV und ich kannte alle wichtigen Neuvorstellungen (aus dem Ausland).

Mittlerweile hat sich diese Taktik in totales Wohlgefallen aufgelöst. Aus der Radiozielgruppe bin ich rausgewachsen und die Qualität der “alten” Medien ging den Bach runter. Wahrscheinlich wissen Jugendliche heute gar nicht mehr, was Radio und MTV damals alles leisteten. Ich behaupte, ich bin musikalisch fast schon auf journalistischem Niveau herangezogen worden, so prasselten die Informationen auf mich ein. Und zwar unabhängige Information! Von einer Musikredaktion!

Mit dem Aufkommen immer neuer Pussycat Dolls verschwammen für mich immer weiter die Grenzen zwischen Mainstream und Anspruch. Der gute alte Kommerz zog in so ziemlich alles ein, was mir wichtig war, wenn die Sendung nicht schon vorher abgesetzt wurde.

Und heute? Es sollte eigentlich keinen Grund zur Beschwerde geben. Das Internet bietet alles. Aber was mir fehlt, ist nicht alles haben zu können! Es fällt mir unglaublich schwer, Musik für mich zu finden. Ich stöbere öfters im iTunes Store, ich höre 14 Internetradios, verfolge 58 Podcasts, lese 173 RSS Feeds, hörte via Pandora1 und habe trotzdem das Gefühl, nichts genaues mehr zu kennen. Last.fm hab ich ausprobiert, aber nicht gemocht. Ähnlich wie schon bei Pandora wollte ich bestimmte Songs hören und nicht Lieder, die so ähnlich klingen wie die, die ich dort angegeben habe.

Ich bin mir nicht sicher, ob sich meine Konsum- und Hörgewohnheiten geändert haben oder ob die Medienlandschaft an sich gewandelt hat.

Ich denke, meine Hörgewohnheiten haben sich geändert, aber die Medien nicht mit. Plus, die potentielle Auswahl an Musik ist einfach zu groß geworden. Ich häng nicht so vor dem Computer, wie ich Radio höre. Sprich, Pandora oder Last.fm könnten mir einen großen Dienst erweisen, wenn es mich immer begleiten würde.

Aber ehrlich gesagt, nach Stunden vor Pandora wiederholten sich Musiktitel. Und das Genrehören (was ich für eine der großartigsten Erfindungen halte) ermüdet einen nach mindestens einem halben Tag. Was fehlt ist die Struktur des alten Radios mit Moderatoren, die wissen was sie sagen, aber trotzdem nicht zu viel rumlabern. Doch selbst wenn es Moderatoren im z.B. Internetradio gibt, ohne lokalen Bezug spricht er mich einfach nicht an.

Fazit? Es muss erst noch die Form gefunden werden, die Musik so transportiert, wie es früher einmal war. Oder das Rad der Geschichte kann nicht zurück gedreht werden und Charts egal welcher Musikrichtung sind vorüber. Wenn Myspace und BitTorrent die Transportmittel der Zukunft sind, hab ich ein Problem.

Eins schieb ich noch hinterher. Unter Golden Era Jungle finden sich Perlen, die mich zufrieden haben lächeln lassen.

  1. leider ja für Europa legal abgeschaltet []

Evolution

Vor kurzem bin ich zum ersten Mal im Leben einem Menschen begegnet, der nicht an die Evolution “glaubt”. Er war Pastor, mein Alter und spricht gerne Menschen wie mich an, um zu erfahren, wie sie über Gott denken.

Über Religion zu diskutieren, fand ich ja schon immer interessant. Man kann sich so herrlich daran reiben und die feine Linie zeihen zwischen sich und den Anderen.

Wir haben über alles mögliche geredet, aber die Sache mit der Evolution blieb mir besonders hängen. Er fragte mich nämlich, ob ich diesen Mann, wie hieß er doch gleich, Darwin oder so, kennen würde? Der hat so etwas über die Menschheitsgeschichte gesagt, aber war ja selbst gar kein Wissenschaftler. Man kann das eben alles nicht beweisen, so wie ich ihm auch nicht nach dem Gespräch beweisen könnte, dass wir mit einander gesprochen hätten.

Ich wollte schon ansetzen, was dieser Beweis mit der Evolution zu tun hat, schwenkte aber schnell auf die Möglichkeit um, mit Hilfe von Isotopen und Massespektrographen das Alter von Dinosaurierknochen weit vor Jesus datieren zu können. Und das sogar wissenschaftlich, sprich Wissenschaftler unabhängig von einander. Wenn er möchte und die richtigen Geräte hätte, könnte er das Alter von solchen Knochen sogar selbst herausfinden.

Sein Gegenargument (als wenn es eines bedürfte) war, das es noch genügend Lücken in der Zeitleiste der Evolution gibt, die die Entstehung der Menschen durch Gott rechtfertigt.

Naja, da war das Argument auch schon zu Ende.

Interessant war auch sein Ansatz, wieso er an Gott generell glaubt, wieso ihm also ein Licht auf ging.

Für ihn ist Gott die ultimative Benchmark für Moral und schließlich auch Gesetz. Würde es Gott nicht geben, würde es keinen Grund geben, sich an Moral, Anstand, alles, was uns zusammen hält zu “glauben”. Ohne Gott könnte er einen Dieb nicht dingfest machen, denn die Gesetze hätten keine weitere Begründung.

Das hat mich in der Tat angeregt, darüber nachzudenken, was uns veranlasst, Gesetze ernst zu nehmen. Wir könnten sie einfach akzeptieren und (in einer Welt ohne Gott) mit Humanismus begründen. Weil wir Menschen sind, töten wir einfach keinen anderen Menschen.

Ihm, wenn ich ihn richtig verstanden habe, schien das “einfach” zu wenig. Nur aus uns selbst heraus nicht zu töten reicht nicht. Gott ist die letzte Instanz, die Rechtfertigung für unser Handeln.

Nach ca. 1,5 Stunden sind wir dann wieder unsere Wege gegangen. War interessant, aber wie immer, wenn man mit Vertretern der Christenheit spricht - sie kommen einfach nicht herum ums missionieren. Immer müssen sie die Botschaft vor sich hertragen. Missionierung, auch wenn gar nicht beabsichtigt, schwingt einfach immer mit bei ihnen.

Hatte ich ihm auch gesagt, und hat er mir auch voll bestätigt. Betriebsblind der Gute.

Sachen die erst noch erfunden werden müssen (1)

In dieser ganz speziellen Reihe möchte ich mich Dingen widmen, die darauf warten, umgesetzt zu werden.

Heute: Der Kaugummi zum Fast Food.

Jeder kennt den fahlen Geschmack im Mund nach dem Genuss eines Burger. Deswegen kaue ich gerne einen Kaugummi nach getaner Arbeit. Ich finde, McDonald’s und Co könnten den doch gleich dem Menü beipacken und mir vielleicht sogar die Wahl lassen zwischen Pfefferminz oder Waldbeere, so wie ich mir ja auch das Getränk aussuche.

Konfusion

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Bisher dachte ich immer, Werbung muss vom redaktionellen Inhalt einer Zeitung oder Werbeseite getrennt werden.

Bei StudiVZ fand ich nun in einem Werbekästchen wiederum eine redaktionelle Nachricht. Was für ein lustiges Spielchen.